Misogynie
Samstag, 9. Mai 2026, 14:00 Uhr
Mit Julieta Aranda, Kaity Fox, Keta Gavasheli, Alison M. Gingeras, Juliana Gleeson, Susanne Huber, Talia Kwartler, Christian Liclair, Catherine McCormack, Lucy McKenzie, Nicole Wermers
Konzeption: Leonie Huber, Anna Sinofzik
Koordination: Krisztina Hunya, Michaela Richter
Misogynie lässt sich „als ‚Exekutivorgan‘ einer patriarchalischen Ordnung begreifen, das die allgemeine Funktion hat, dessen herrschende Ideologie zu kontrollieren und durchzusetzen“ – so Kate Manne, Moralphilosophin und eine der Beitragenden der aktuellen Ausgabe von TEXTE ZUR KUNST. Somit ist Misogynie nicht in den Vorstellungen Einzelner begründet, sondern geht von einer Männerwelt aus, die Gesellschaftsverhältnisse grundlegend konstituiert. Während weitgehend unstrittig ist, dass es sich bei der Kunstwelt historisch um eine solche Männerwelt handelte, wird heute oft davon ausgegangen, dass die Feminismen der vergangenen Jahrzehnte Wirkung gezeigt hätten und zumindest jene Bereiche der Gegenwartskunst, die sich als links und progressiv positionieren, diesem Bild nicht mehr entsprächen. Dennoch sind weibliche und nonbinäre Künstler*innen in Ausstellungen und Sammlungen weiterhin unterrepräsentiert und am Kunstmarkt im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen weniger erfolgreich. Neben dieser materiellen Ungleichheit, offenkundiger Diskriminierung und frauenfeindlichen Äußerungen manifestieren sich misogyne Denkweisen im Kunstfeld häufig subtiler.
Während die TEXTE ZUR KUNST-Ausgabe „Misogynie“ den Blick auf grundlegende gesellschaftspolitische und technologische Bedingungen richtet, die den gegenwärtigen antifeministischen Backlash begünstigen, fokussiert das Symposium im n.b.k. die Fragen, wie sich der gegenwärtige feministische Backlash im Bereich der Kunst zeigt, in welchem Verhältnis er zu früheren misogynen Tendenzen und Tropen steht, und welche künstlerischen, kunsthistorischen und kuratorischen Strategien sich ihm entgegensetzen lassen. Projektionen auf und Erwartungen an den weiblichen Körper dienen als Basis für die Analyse der materiellen und medialen Bedingungen feministischer Kritik.
Programm
14 Uhr
Begrüßung
Michaela Richter (Leiterin Kommunikation und Diskursprogramm n.b.k.) und Anna Sinofzik (Chefredakteurin TEXTE ZUR KUNST)
14:30 Uhr
Interrupting the Iconography of Misogyny: The Ubiquity of Violence and the Invisibility of Pleasure
Vortrag von Catherine McCormack (Autorin, Kunsthistorikerin und freie Kuratorin, London)
15:00 Uhr
Why JK Never Became a Track Runner
Vortrag von Juliana Gleeson (Autorin, Comedian und Historikerin, London)
15:30 Uhr
Publikumsdiskussion moderiert von Christian Liclair (Kunsthistoriker und Kritiker, Berlin)
16:30 Uhr
More than Daughters, Sisters, Wives, and Muses: Relationship Anxiety, Misogyny, and the Canon
Dialog zwischen Alison M. Gingeras (Kuratorin und Autorin, New York und Warschau) und Talia Kwartler (Kuratorin und Kunsthistorikerin, Berlin), mit anschließender Publikumsdiskussion
18:30 Uhr
Feminist Critique and the Female Artist
Paneldiskussion mit Julieta Aranda (Künstlerin, Berlin und New York), Lucy McKenzie (Künstlerin, Brüssel), Nicole Wermers (Künstlerin, London), moderiert von Susanne Huber (Researcher für Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte, Bremen), mit anschließender Abschlussdiskussion
20:30 Uhr
Inky Mirror, One Way Echo
Sound-Performance von Kaity Fox (Doula und DJ, Düsseldorf) und Keta Gavasheli (Künstlerin, Düsseldorf)
Teilnehmer*innen
Kaity Fox
Kaity Fox (geb. in Australien) ist eine in Düsseldorf lebende multidisziplinäre Künstlerin, die mit den Medien Klang, Performance und Schrift arbeitet.
Keta Gavasheli
Keta Gavasheli ist eine in Tiflis geborene und in Düsseldorf lebende multidisziplinäre Künstlerin, deren Arbeit sich im Bereich klangbasierter Medien, Bewegtbild, Installation und Performance bewegt.
Alison M. Gingeras
Alison M. Gingeras ist Kuratorin und Autorin und lebt in Warschau. Derzeit ist sie als Curator-at-Large am Museum für Moderne Kunst in Warschau tätig.
Juliana Gleeson
Juliana Gleeson ist eine Autorin und Herausgeberin aus West-London, die heute in Berlin lebt.
Susanne Huber
Susanne Huber arbeitet als Senior Researcher im Bereich Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Universität Bremen.
Talia Kwartler
Talia Kwartler ist Kuratorin und Kunsthistorikerin mit einem Schwerpunkt auf der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts.
Christian Liclair
Christian Liclair ist Kunsthistoriker und -kritiker.
Catherine McCormack
Catherine McCormack ist Wissenschaftlerin, Kunsthistorikerin und Autorin; ihre Arbeit befasst sich vor allem mit Feminismus und visueller Kultur.
Lucy McKenzie
Lucy McKenzie ist eine in Brüssel lebende bildende Künstlerin. Sie arbeitet in so unterschiedlichen Bereichen wie Malerei und Skulptur, Installationen, Kunst im öffentlichen Raum, kuratorischen Projekten, kritischen Texten und Belletristik.
Nicole Wermers
Nicole Wermers (geb. 1971 in Emsdetten; lebt und arbeitet in London und Emsdetten) ist Künstlerin und Professorin für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München.
Ein Projekt des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) und von TEXTE ZUR KUNST
Eintritt frei, keine Anmeldung nötig
In englischer Sprache
Barrierefreiheit
Der Veranstaltungsraum befindet sich im Erdgeschoss, in etwa 500 m Entfernung von der U-Bahn-Haltestelle Oranienburger Tor (U6, Aufzug vorhanden), 800 m von der S-Bahn-Haltestelle Oranienburger Straße (Linien S1, S2, S25, S26, Aufzug vorhanden), 50–500 m von der Straßenbahn-Haltestelle Torstr. / U Oranienburger Tor (Linien M5, Tram 12).
Rollstuhlzugang über den Seiteneingang.
Wenn Sie einen Besuch planen und Fragen zur Barrierefreiheit haben, rufen Sie uns gern im Vorfeld an: +49 (0)30 280 70 20 (n.b.k. Geschäftsstelle).
Weitere Informationen auch hier als PDF zum Download:
